Sie wollen einen Stern benennen? Dann sind Sie hier genau richtig. Am Anfang dieser Seite erfahren Sie alles, was Sie zum Thema Sternkauf wissen sollten und am Ende der Seite gibt es eine Liste mit Sternpatenschaften (so werden die Sternverkäufe von den Astronomen gerne genannt).
| Die Zeit schreibt am 27.März 2008: Das wohl schönste Symbol für das Leben des Forschers und Wissenschaftsmanagers Reimar Lüst heißt eigentlich 4386 und ist ein Planetoid. Schon im Jahr 1991 wurde 4386 umgetauft: auf Lüst, mit deutschem ü. "Lüst leuchtet über uns. Für immer." scherzte der frühere Bundespräsident Richard von Weizäcker in einer Laudatio. |
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In der Sky and Telescope Ausgabe September 2000 schreibt Leif Robinson, das kommerzielle Sternverkäufer seit 1979 mehr als $50 Millionen eingenommen haben. Sein Vorschlag um diese Geschäfte zu beenden lautet:
So I offer this idea: every amateur-astronomy club should go into star-naming business!
| Wie kann ich Sterne kaufen? Ja und nein. Viele Leute bieten Sterne zum Kauf an. Leider kann niemand einen Stern wirklich verkaufen, weil niemand einen Stern in "seinem Besitz" hat. (Stand ja noch niemand drauf, der lebend zuück kam!) Wenn Sie einen Stern kaufen wollen, denken Sie immer daran, daß dieser Stern niemals Ihr Eigentum wird. Mit dem Geld, das Sie bezahlen, unterstützen Sie eine astronomische oder soziale Einrichtung oder Sie mästen einen tüchtigen Geschäftemacher. Für viele astronomische Vereine/Sternwarten ist der Verkauf von Sternen (meist Sternpatenschaften genannt) eine willkommende Aufbesserung ihrer Kasse. Als "Gegenwert" erhalten Sie ein Urkunde, auf der Ihnen dieser Stern gewidmet wird.(hört sich ein wenig ehrlicher an) Oft gibt es eine Sternkarte mit den Namen aller Sterninhaber, welche an einer geeigneten Stelle ausgestellt wird oder die an die Besucher verkauft wird. Bei gutem Wetter können Sie dann einen Blick auf "Ihren Stern" werfen. (Leider sehen alle Sterne sehr gleich aus, nur die Farbe und Helligkeit ist unterschiedlich!) Im Zeitalter der Computer und der Sternkataloge mit vielen Millionen von Sternen können Sie sicher sein, daß Ihr Sternenname nie in der Wissenschaft benutzt wird. Schnöde Zahlen sind viel zu praktisch, als das sich die Forscher mit unhandlichen Namen beschäftigen. Wenn Ihr Name in einer wissenschaftlichen Publikation verwendet werden soll, müssen Sie etwas Außergewöhnliches leisten. Entweder sie bezahlen einen kompletten Sternkatalog, was bei den Dimensionen heutiger Projekte sicherlich unmöglich ist, oder Sie werden Amateurastronom und entdecken einen Kometen oder Kleinplaneten. Das selbst entdeckte Objekt erhält automatisch Ihren Namen. Gute Beispiele, wie berühmt Sie werden können, zeigen die letzten Jahre. Die Kometen Hyakutake und Hale-Bopp wurden von Amateurastronomen entdeckt. Jede klare Nacht mit einem Fernrohr aufs Feld und nach wenigen Jahren haben Sie Ihr eigenes Objekt und neben bei ein wunderbares Hobby. Wie werden astronomische Objekte bezeichnet? Sterne Es gibt viele unterschiedliche Systeme für Sternnamen. Man kann zwischen Eigennamen und systematischen Namen unterscheiden. Die Eigennamen wurden schon im Altertum vergeben und haben sich bis heute erhalten. Die meisten dieser Namen kommen aus dem Arabischen oder Griechischen. Beispiele für solche Namen sind: Sirius (hellster Stern im Sternbild Großer Hund), Aldebaran (rötlicher Stern im Sternbild Stier) Hier Verzeichnisse mit Sternnamen Sternamen bei eSky Verzeichnis nach Sternbild und Namen sortiert The Constellations and their Stars. Ein sehr einfaches System für Sternnamen ist es, die Sterne nach Sternbild und Helligkeit zu benennen. Der hellste Stern bekommt den Vornamen Alpha, der zweit hellste Beta und so weiter das griechische Alpabet. Sirius ist zum Beispiel Alpha-CMa. (Alpha Canis Majoris Alpha des Großen Hundes). Regulus- der hellste Stern im Sternbild Löwe ist Alpha Leonis (Leo lat. Löwe, Leonis der richtige Fall von Leo). Als die ersten umfangreichen Sternkataloge entstanden, zeigte sich sehr schnell, daß die alten Namenschemata nicht mehr ausreichten. Es mußten neue Bezeichnungen erfunden werden. Die Sternbilder sind für die Orientierung am Himmel recht nützlich, doch ihre Grenzen haben in der Welt keine Bedeutung. In der Praxis werden deshalb in allen großen Sternkatalogen die Sterne einfach numeriert. Da jeder Sternkatalog eine unterschiedliche Zahl von Sternen erfaßt, hat der gleiche Stern in verschiedenen Katalogen eine andere Nummer. Um trotzdem eine Verständigung zu ermöglichen, welcher Stern gemeint ist, wird vor der Nummer der Name des Katalogs angegeben. Bekannte ältere Sternkataloge sind der Sternkatalog von Tycho Brahe (um 1600), die Bonner Durchmusterung und der SAO-Katalog. Zu den aktuellen Sternkatalogen gehören der PPM-Katalog, der Hubble-Guide-Star-Catalogue oder der besonders genaue Hipparcos-Catalogue der ESA. Die Kataloge unterscheiden sich nach Genauigkeit der Position, Anzahl der Sterne (dunkelster Stern im Katalog) und Zusatzangaben, wie Spektralklasse. Da kein Katalog alle Angaben gleich gut auflistet, benutzen Astronomen meist mehrere Kataloge. Nebel und Galaxien Die meisten Galaxien haben nur eine Nummer als Namen. Bekannte Nebel/Galaxien-Kataloge sind der Messier-Katalog und der NGC-Katalog. Nur wenige, besonders außergewöhnliche Objekte, tragen zusätzlich einen weiteren Namen. Dieser hängt oft mit dem Sternbild oder mit dem Aussehen des Nebels zusammen. Der Orion Nebel (im Messier-Katalog als M42 bezeichnet) steht im Sternbild Orion und der Pferdekopfnebel ähnelt dem Kopf eines Pferdes.
Sternbilder
Kurz nach der Erfindung des Fernrohrs, als immer bessere Sternkarten entstanden, gab es viele tüchtige Wissenschaftler, die ganze Sternbilder verkauften. Um ihrem Dienstherren, meist einem Fürsten, zu ehren, zeichneten sie Sternkarten mit neuen Sternbildern. Von diesen neu "erfundenen/entdeckten" Sternbildern hat keines überlebt. Alle heutigen 88 Sternbilder gehen auf griechische oder römische Sternbilder zurück oder wurden zu Zeiten der großen Entdeckungen mit politisch unkritischen Namen (Sextant, Fernrohr, Giraffe) am Himmel verewigt.
Mond, Planeten und Planetenmonde
Hier gilt das gleiche, was oben für Sterne gesagt wurde. Wenn einer behauptet, er könne Grundstücke auf dem Mond verkaufen, weil seine Eltern den Mond vom Grafen X geschenkt bekommen haben, seien Sie doch großügig und schenken Sie ihm Pluto. Nun mal ernst.
Neue Planetenmonde werden zu nächst provisorisch mit der Jahreszahl sowie einigen weiteren Buchstaben und Zahlen benannt. Kennt man die Bahn des Mondes, wird als Name der Planet plus eine römische Ziffer vergeben z.B. Jupiter XV. Der Entdecker darf dann einen Namen vorschlagen. Der Mond heisst dann z.B. Saturn XVIII Pan. Die Oberflächen auf den Planeten erhalten die Namen nach ihrem Aussehen, Wissenschaftlern oder einer mythologischen Figur. Damit Ordnung herrscht, stehen die Namen auf jedem Himmelskörper immer in einem gewissen Zusammenhang. Auf Venus werden alle Strukturen mit weiblichen Namen belegt, Krater auf Mars werden nach Wissenschaftler benannt und auf Jupiters Monden tummeln sich die Götter. Die Namen dürfen nicht auf lebende Personen oder Politiker und religöse Figuren der letzen 200 Jahre zurück gehen.
Wie die Planeten außerhalb unseres Sonnensystems benannt werden ist mir nicht bekannt.
Kleinplaneten, Planetoiden, Asteroiden Diese kleineren Körper im Sonnensystem, die öftermal in der Zeitung erwähnt werden, weil sie in 1000 Jahren vielleicht auf die Erde fallen, können von ihrem Entdecker benannt werden. Wer in Deutschland einen Asteroiden erbeutet hat, erfahren Sie auf der Kleinplanetenseite. Zur Zeit gibt es über 200000 bekannte Planetoiden, von denen 12000 benannt sind. Über 100 neue Namen kommen im Monat hinzu. Die Asteroiden dürfen nicht direkt nach Politiker, Militärs oder Ereignissen der letzten 100 Jahre benannt werden.
8990 Compassion, 8991 Solidarity und 8992 Magnanimity sind drei neu benannte Kleinplaneten, die an die Opfer des Anschlages auf das World Trade Center am 11.9.01 erinnern sollen.
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